Die letzte Woche verging wie im Flug. Die meiste Zeit verbrachten wir damit, uns für die Zeit danach vorzubereiten. Was ist wenn ich nicht mehr in Moshi bin? Was für Aufgaben kann ich übernehmen? Was für Pläne hat Zacharia und was kann bzw. will Moshoeshoe alles machen.
Aus diesem Grund und weil es Zacharia in dieser Woche nicht besonders gut ging (Probleme mit seinen Organen, besonders mit den Nieren)haben wir keine Ausflüge gemacht, sondern waren bei Zacharia zu Hause und haben geplant. Am Montagmorgen sind Moshoeshoe und ich den Berg hochgeradelt. Auf dem Plan, den ich erstellt habe (den Zacharia und Moshoeshoe als typisch deutsch belächelten, aber dennoch dankbar waren)stand, dass wir alle Klienten durchgehen wollten um zu sehen, welcher Klient auf welche Art und Weise seinen Lebensunterhalt bestreitet und wer überhaupt kein Einkommen hat. Moshoeshoe hat daraufhin eine Liste erstellt, um später damit arbeiten zu können. Außerdem hat Moshoeshoe ein paar Artikel mitgebracht, die verschiedene Projekte in der Umgebung Moshi vorstellen und an denen sich beteiligt werden kann. Eines davon bietet jungen Leuten an eine Handelsausbildung zu machen, ein anderes bildet Menschen im Diamantschleifen aus. Unsere Aufgabe besteht nun darin die Sponsoren der Projekte zu überzeugen, diese Rollstuhlkonform zu machen und daraufhin ein Proposal zu verfassen.
Des weiteren haben wir über Moshoeshoes Idee gesprochen ein Exportgeschäft aufzubauen. Für dieses möchte er unteranderem Produkte von Klienten von FoP benutzen.
Nach drei Stunden Kopfarbeit ging es für Moshoeshoe und mich weiter in die Stadt. Zacharia hatte den ganzen Nachmittag noch Verabredungen mit SchülerInnen.
nach einem leckeren Mittagessen mit Felix sind Moshoeshoe und ich zunächst in einen neueröffneten Touriladen von Freunden von ihm gegangen um diese zu fragen ob sie Produkte von Joyce der Schneiderin verkaufen würden. Ich habe der Besitzerin einen der Kragenschals gezeigt sowie weitere Produkte. Diese war sehr angetan und zufälligerweise sind im Moment auch auf der suche nach einer Schneiderin. Ich gab ihr Joyce Nummer, so dass sie sie anrufen kann um die geschäftlichen Details abzuklären. (Abgehagt.)
Nächste Station “Shaa-Instusty” eine Behindertenwerkstätte, hier arbeiten unterschiedlichste Menschen. Auf die Frage welche Beeinträchtigungen ihre Beschäftigten haben, antwortete die Besitzerin: “Manchen fehlt ein Finger oder ein Bein, manche haben Polio, ein paar Albinos (diese zählen in Tanzania als behindert), also vorallem menschen mit einer körperlichen Behinderung.” “Haben sie auch Beschäftigte im Rollstuhl?” “Ja, einen.” “Und wie kann man bei Ihnen beschäftigt werden? Kann man sich bewerben?” “Wir finden sie einfach.” Das war alles.
Die Produkte die wir im Laden sahen waren sehr schön und sorgfältigt gefärtigt, aber auch sehr teuer. Wir haben uns umgeschaut und viele Ideen gesammelt und weitergesponnen. Diese Factory ist wahrscheinlich keine Alternative für FoP-Klienten, aber wir haben weitere Ideen bekommen.
Nächster Tag: weiteres Treffen und Planen wie es weiter gehen soll:
Zacharia macht weiter wie gehabt. Da ihm jetzt Geld für seine laufenden Kosten zur Verfügung steht und er seine Klienten in den Dörfern besuchen kann, ist dies glücklicherweise jetzt möglich und er muss nicht jedenmal warten bis er weitermachen kann. Des weiteren hält er mich wöchentlich auf dem laufenden, wodurch ich wiederum euch auf dem laufenden halten kann.
Moshoeshoe wird zunächst nach Hause nach Lesotho fahren. Dort wird er nicht nur seine Familie besuchen, sondern auch abklären ob er die Produkte der FoP Klienten verkaufen kann. Wenn er wieder in Tanzania ist wird er Zacharia dabei unterstützen die wirtschaftlichen Lage der Klienten zu verbessern. Wir haben uns in diesem Zusammenhang überlegt mit einem Mikrokreditunternehmen zusammenzuarbeiten.
Lisa, Ich werde zunächst Urlaub machen. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich mich um Spender bemühen und bei Organisationen einzelne Projekte vorstellen. Außerdem hoffe ich mit Hilfe meines Wissens von meinem Studiums die Projektskizze erneut zu überarbeiten.
Ich bin froh, dass ich dieses Praktikum gemacht habe, ich habe FoP geholfen, aber vorallem habe ich auch viel gelernt und dafür bin ich dankbar.
Ihr werdet weiterhin Berichte über FoP lesen können allerdings nicht so regelmässig wie bisher und auch nur aus zweiter Hand, da ich nicht mehr vor Ort sein kann.

Ich bin in einer Woche wieder in Deutschalnd und werde euch schreiben, was sich neues ergeben hat.
Zacharia hat im Moment leider Probleme mit seinem Laptop und all seine Daten sind verloren gegangen. Zum Glück habe ich alle Daten auf meinem Laptop kopiert und kann sie ihm von Dar es Salaam aus zukommen lassen.
Ein Gruß aus Zansibar
Lisa